Was ist der Unterschied zwischen Wassergehalt und Restfeuchte bei Brennholz?

Wenn es um die Anschaffung von Brennholz oder anderen aus Holz bestehenden Brennstoffen geht, fallen ständig 2 Begriffe: Wassergehalt und Restfeuchte.

Eines ist jedem Fall klar: Diese beiden Werte müssen so niedrig als möglich sein, um ein effizientes und umweltschonendes Heizen zu gewährleisten. Viele Nutzer haben auch Werte von „unter 20% bzw. 25%“ im Hinterkopf oder irgendwo mal aufgeschnappt, doch wissen viele dabei nicht, dass es 2 unterschiedliche Angaben gibt, die auch entsprechend unterschiedliche Schwellwerte in Bezug auf optimales und gesetzeskonformes Heizen haben.

Um den Unterschied der Angaben Wassergehalt und Restfeuchte zu verstehen ist es wichtig 2 Größen zu kennen:

  • Gesamtgewicht
  • Gewicht der reinen Holzmasse (Darrgewicht)

Um die Unterschiede dieser beiden Größen zu verstehen kann man sich folgendes vorstellen: Stellt man sich vor, dass ein Holz ein Schwamm ist, der mit Wasser getränkt ist. Der Schwamm inklusive dem Wasser hat ein bestimmtes Gewicht – das so genannte Gesamtgewicht. Würde man nun das Holz vollständig auswinden (ähnlich einen Schwamm), dann hätte man das Gesamtgewicht aufgeteilt in Wasser und die Trockenmasse. Summe der beiden einzelnen Teile würde dann wieder das Gesamtgewicht ergeben.

Wassergehalt

Nehmen wir zum besseren Verständnis 100 kg Holz als Gesamtgewicht her. Also das Holz inklusive dem enthaltenen Wasser wiegt insgesamt 100 kg. Würde man nun das Holz auswinden und das Wasser in ein Glas leeren, so käme beispielsweise heraus, dass das Gewicht des Wasser 20 kg und das trockene Holz 80 kg wiegt. Der Wasseranteil liegt daher bei 20% und der Holzanteil bei 80%. Und genau dieser Wasseranteil wird „Wassergehalt“ genannt. Der Wassergehalt ist daher der Anteil des Wasserd dividiert durch das Gesamtgewicht (20 kg / 100 kg = 0,2 = 20%).

Restfeuchte

Doch was ist nun im Gegensatz die „Restfeuchte“. Die Restfeuchte kann man sich vorstellen wie der Verwässerungsanteil vom reinen Holz. Die Restfeuchte ist daher immer in Bezug auf das Gewicht des trockenen Holzes. Die Restfeuchte wäre daher in unserem 100 kg Beispiel 25 %. Hierbei nimmt man den Wasseranteil (= 20 kg) und setzt diesen ins Verhältnis der trockenen Holzmasse (= 80 kg) was insgesamt daher 25 % ergibt (20 kg / 80 kg = 0,25 = 25 %).

Bei unserem Beispiel ist daher der Wassergehalt 20% und die Restfeuchte 25%

Gesetzliche Bestimmungen

In Österreich und Deutschland darf nur Brennholz verheizt werden das einen Wassergehalt von unter 20% hat. Das entspricht einer Restfeuchte von unter 25%.

Was bedeutet ofenfertig, halbtrocken und frisch?

Die Bezeichnung „halbtrocken“ bezeichnet Brennholz mit Restfeuchten zwischen 35% bis 45 % (= 26% bis 31% Wassergehalt). Alles was eine höhere Restfeuchte bzw. einen höheren Wassergehalt hat, wird als „frisches“ Holz bezeichnet.

Die Bezeichnung „ofenfertig“ bezeichnet hingegen Brennholz mit einem Wassergehalt von maximal 15%, was einer Restfeuchte von rund 18% entspricht. Um diese Restfeuchte zu erreichen muss frisches (das gerade geschlagen wurden) Holz ungefähr 2 Jahr luftgetrocknet werden.

Kammergetrocknetes Holz erreicht bei derselben Trocknungsdauer, Werte von unter 15% Restfeuchte (= 13% Wassergehalt) und ist damit optimal fürs Heizen geeignet.

Messen der Restfeuchte von Brennholz

Die Restfeuchte können Sie selbst mit einem so genannten Holzfeuchtigkeitsmessgerät messen. Dabei spalten Sie den Holzscheit einmal mit einer Axt in 2 Teile und stecken die Elektroden (Pins) direkt ins Holz. Der angegebene Wert ergibt die Restfeuchte.

Holzfeuchtigkeitsmessgeräte haben meist eine Genaugikeit von 1% und können Restfeuchten zwischen 5 und 40% messen.

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